Fehlfarben und die genetische Varianz!

Im Standard werden verschiedenste Zuchtmerkmale festgelegt. Dieses Schönheitsideal wurde vom Menschen entworfen und hat gesundheitlich für den Hund nur bedingt eine Bedeutung.

Der Standard des Deutschen Pinscher wurde in den 70er geändert und die Bezeichnung "andersfarbig" gestrichen. Dazu zählten die Farben: pfeffersalzfarbig (Silberpinscher), einfarbig-rein schwarz, bronzefarben mit leicht blauem Schein, schokoladenfarbig sowie blaugrau mit braunen oder gelben Abzeichen. Es fallen trotzdem noch vereinzelt Hunde, die einige dieser Farbeigenschaften aufweisen. Sie gelten seit dem Ausschluss als Fehlfarbig und dürfen in der Zucht nicht eingesetz werden. Bei den Farben bronze und blaugrau die auf dem D-Lokus basieren ist ein Zuchtausschluss sinnvoll. Diese Farben hängen mit Fell und Hautproblemen zusammen. Züchtet man diese in der heutigen Zeit bewusst, verstößt man einerseits gegen die Satzung des Zuchtverbandes und andererseits fällt es in Deutschland unter Qualzucht und wird vom Veterinäramt verfolgt und ggf. geahndet.  Die Farben pfeffersalzfarbig (Silberpinscher), einfarbig-rein schwarz und Schokoladenfarbig sind jedoch gesunde Farben. Schokopinscher fallen auch in der heutigen Zeit immer wieder. Trotz alledem ist die Farbe nicht standardgerecht und ein Zuchteinsatz ist hiermit verboten.

 

Durch diese sehr strenge Selektionsmaßnahme auf nur zwei Farbschläge kann die Existenz und die Erbgesundheit der Rasse gefährdet sein.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters! So manchem Liebhaber gefällt ein fehlgezeichneter, aber dennoch gesunder Hund sehr gut. Manche würden ihn sogar zur Zucht einsetzen.

Außerdem fallen bei einer Mischverpaarung oder einer Verpaarung mit zwei Anlageträgern nicht immer „ nur fehlgezeichnete“ Welpen, sondern auch der gewünschten Farbe entsprechende Pinscher, die durch ihre robuste Gesundheit sehr wertvolle Zuchttiere sein könnten. Hunde mit einer hohen genetischen Varianz sind sehr leistungsfähig, vital und widerstandsfähig.

Inzucht, die jahrelange genetische Isolation mit sich bringt, führen zwar zu einem gewünschten Phänotyp allerdings sind die Hunde genetisch „ausgelaugt“. Erbdefekte treten gehäufter auf und sie sind oft körperlich angeschlagen, die Fruchtbarkeit und die Lebenserwartung nimmt ab.

Für eine gesunde Fortpflanzung und dem Entgegenwirken einer Genpoleinengung ist es wichtig, dass so viele Zuchttiere wie möglich zur Verfügung stehen, die nicht miteinander verwandt sind.

Wer gerne mehr über die schöne Farbe braun/rot erfahren möchte darf uns gerne kontaktieren oder, nach vorheriger Absprache auch gerne besuchen kommen.

 

1 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.